Personalisierte Behandlungsempfehlungen
Viele Patientinnen und Patienten mit Krankheitsbildern wie Ängsten, ADHS, Zwangsstörungen, Depressionen oder auch Schmerzen sprechen nur teilweise auf Medikamente und Psychotherapie an. Erkrankungen wie die Alzheimer-Demenz sind nach wie vor nicht heilbar.
Fortschritte in den (kognitiven) Neurowissenschaften ermöglichen es zunehmend, die neuronalen Fehlfunktionen bei den genannten Krankheitsbildern zu verstehen und die gewonnenen Erkenntnisse für die Therapie zu nutzen. Ziel ist eine positiven Beeinflussung der Funktion neuronaler Netzwerke mit Hilfe der gezielten Neuromodulation.
Das Closed-Loop-Training mit Neuro- und Biofeedback (Messung und Rückmeldung der eigenen Aktivität) ermöglicht dem Gehirn eine bessere Selbstregulation. Andere Methoden wirken durch die Stimulation mit elektrischem Strom (tDCS und EKT), magnetischen Feldern (rTMS) oder auch mit Schallpulswellen (TPS) direkt auf das Gehirn ein. Je nach Methode, Positionierung der Elektroden bzw. Art der Spulen können Hirnareale gehemmt oder aktiviert werden.
Im Rahmen unserer Sprechstunde geben wir Behandlungsempfehlungen für eine personalisierte Behandlung.
Welche Untersuchungen führen wir durch?
Neben einem Gespräch und einer klinischen Untersuchung setzen wir verschiedene Verfahren ein. Fragebogen helfen, die Beschwerden genauer zu erfassen.
Die Neuropsychologie stellt normierte Tests zur Prüfung wichtiger Funktionen wie der Aufmerksamkeit, der Sprache, des Gedächtnisses und auch der emotional-affektiven Verarbeitung zur Verfügung.
Wir setzen solche Testungen zur Standortbestimmung bei Konzentrations- oder Gedächtnisstörungen ein, wie man sie z.B. bei ADHS oder im höheren Alter bei beginnenden Demenzerkrankungen finden kann.
Unter Neuromarkern versteht man neurologische, medizinisch-technische Messwerte, die Rückschlüsse auf die den psychischen Symptomen zugrundeliegende Funktionsstörung des Hirns erlauben.
Wir verwenden elektrophysiologische Neuromarker, d.h. wir arbeiten mit quantitativen EEG-Messungen und dem Ableiten kognitiv evozierter Potentiale.
Durch einen psychophysiologischen Belastungstest können vegetative Fehlregulationen gemessen und somit bewusst gemacht werden (Aha-Erlebnis).
Zudem kann mit Hilfe des Belastungsprofils das therapeutische Vorgehen mit Biofeedback gezielt geplant werden.
Wie erfolgt die Behandlungsempfehlung?
Anlässlich der Befundbesprechung erklären wir Ihnen die Untersuchungsresultate, damit Sie die Behandlungsvorschläge nachvollziehen können, Man spricht auch von Psychoedukation: Vermittlung von wissenschaftlich fundiertem Wissen über Symptome, Krankheiten, deren Entstehung und die Therapiemöglichkeiten.
Dies ermöglicht einen selbstverantwortlichen Umgang, unterstützt die erfolgreiche Krankheitsbewältigung und stellt somit die Basis jeder erfolgreichen Behandlung dar.
Wie geht es nach der Befundbesprechung weiter?
Nach der Befundbesprechung schreiben wir eine Untersuchungsbericht und geben Behandlungsempfehlungen für Ihre Hausärztin bzw. Hausarzt oder auch Psychiaterin bzw. Psychiater. Dabei berücksichtigen wir neben Vorschlägen zur medikamentösen und psychotherapeutischen Behandlung auch Methoden zur Neuromodulation wie Neuro-/Biofeedback (NFB/BFB), transkranielle Gleichstromstimulation (tDCS), repetitive Transkranielle Mangetstimulation (rTMS), Elektrokonvulsionstherapie (EKT) und Transkranielle Pulsstimulation (TPS).